Grundlagen für das Verständnis beim Umgang mit Wein

 

An alle Genießer vom Rebensaft. Diese wenigen Informationen sollen nur eine Annäherung an Weine ermöglichen die biologisch angebaut wurden. Nutzen Sie unseren Weinkatalog. Hier erhalten Sie einen Überblick über sämtliche Weine die wir kurzfristig für Sie besorgen können.

Weinanbau

Im ökologischen Anbau dient die Einsaat von Gräsern und verschiedener Kleearten der Bodenlockerung und Belebung. Es entsteht eine durch organische Masse begünstigtes Bodenleben, das die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Der notwendige Eintrag von Stickstoff wird durch die Einsaat verschiedener Kleearten oder das Ausbringen von Komposten gewährleistet. Dieser Kompost wird auch mit Gesteinsmehlen versetzt, wodurch die Bodenstruktur verbessert wird.

Synthetische Mittel sind grundsätzlich verboten, Herbizide nicht notwendig. Die Art er Begrünung ist den einzelnen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Begrünung ermöglicht ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis von Nützlingen und Schädlingen. Somit werden beim ökologischen Anbau auch die Insektizide hinfällig. Zusätzlich werden bei Bedarf Nistkästen für Vögel angebracht, sowie Duftfallen gegen den Traubenwickler aufgestellt. Der Einsatz von Kunstdünger ist verboten. Der ökologisch arbeitende Winzer beschränkt seinen Ertrag um die hohe Qualität seiner Weine zu sichern.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Der größte Feind des Winzers ist der Pilzbefall. Darum werden die Abwehrkräfte der Rebstöcke durch den Einsatz von Kieselgur, Schachtelhalm- und Brennesselsud unterstützt. Bei Pilzbefall wird unter anderem Schwefel eingesetzt. Die im ökologischen Anbau zugelassenen Mittel sind ein Teil unserer Natur und werden von dieser wieder integriert. Die synthetischen Mittel des konventionellen Anbaus sind nicht in allen Zerfallsprodukten bekannt und gelangen in unser Grundwasser.

Weinausbau

Eine sorgfältige Lese, nur gesundes und reifes Traubengut wird vergoren, ist Bedingung für bekömmliche Weine. Hier entstehen kaum Gärnebenprodukte und der Einsatz von Schwefel während der Gärung wird minimiert. Die Investition in moderne Technologie ermöglicht es dem ökologisch wirtschaftenden Betrieb es gesundem, reifem Traubengut gute Weine auszubauen. Gute Qualität zu den entsprechenden Preisen ermöglicht den Erfolg biologischer Weine in allen Preisklassen.

Die neu Bio-Weinverordnung regelt jetzt vom Anbau bis zur Vinifizierung des Weines alle Maßnahmen in den Weinbergen und dem Keller. Bei den Zusatz- nd Behandlungsstoffen dürfen nur die in der Bio-VO 889/2008 aufgeführten Produkten eingesetzt werden. Es muss dabei darauf geachtet werden, dass diese soweit vorhanden aus ökologischer Erzeugung stammen.

Weinbereitung

Rotwein

Die Farbe befindet sich in Traubenhäuten. Deshalb wird der "farblose" Saft der Rotweintrauben auf die Maische gelegt, wo er während der Gärung die Farbstoffe zieht. Die Intensität der Farbstoffe in den einzelnen Rebsorten ist unterschiedlich und kann durch stoßen und umwälzen der Maische im Gärtank beschleunigt ausgebeutet werden. Die Intensität wird durch einen höheren Alkoholgehalt, sowie höherer Gärtemperatur verbessert. Aus der Traubenhaut wird Resveratrol gelöst. Es gilt als krebsvorbeugend, entzündungshemmend und stoffwechselreinigend und hat einen vielfach nachgewiesenen Anti-Agingeffekt. Die im Rotwein vorhandenen Tanine bewirken einen Oxidationsschutz und somit eine Verlängerung der Lagerzeit dieser Weine.

Rosewein

Der Saft der Rotweintrauben liegt nur einige Stunden auf der Maische, um die entsprechenden Farbe zu erreichen und wird dann von der Maische abgezogen und wie Weißwein weiter vergoren. Die festen Stoffe sind nun vom Saft getrennt und haben keinen Einfluß (wie beim Rotwein) in der weiteren Weinbereitung auf den zukünftigen Wein mehr. In Ausnahmefällen dürden Weiß- und Rotweintrauben zusammen gekeltert werden. (z.B. Schillerwein oder Rotling).

Weißwein

Nach dem Entrappen (die Trauben werden vom Stiel getrennt, auch bei den meisten Rotweinen) der Beeren werden diese zerdrückt und das Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenhäuten und Kernen bis zu ca. 6 Stunden stehen gelassen. Dann wird das Gemisch ausgepresst und der Saft zum Gären gebracht. Eine andere und schonendere Ganztraubenpressung in der geschlossenen pneumatischen Presse ergibt fruchtig, frische, moderne Weine die dadurch kaum noch Sauerstoff ausgesetzt werden. Hier wird der Saft nach dem schonenden Pressen ohne Maischestandzeit zur Vergärung gebracht.

Schwefel in der Natur und im Wein

Seit dem 25. Nov. 2005 ist der Hinweis auf den Einsatz von Sulfiden gesetzlich auf allen Weinetiketten vorgeschrieben, wenn im Produkt mehr als 10 mg/L Schwefel enthalten sind. Schwefel stabilisiert und schützt den Wein vor Oxidation und hemmt das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien. Schwefel erhält als Antioxidant die Fruchtigkeit und Frische des Weines.

Seit dem 08.März 2012 gelten laut der EU-Verordung 203/2012 neue Grenzwerte zum Einsatz von Schwefel bei ökologisch erzeugten Weinen. Bei Rotweinen unter 2 g/L Restzucker wurde z.B der Schwefeldioxingehalt (SO2) auf maximal 100 mg/L begrenzt. Bei Weißweinen und Roseweinen unter 2 g/L Restzucker liegt der Maximalwert bei 150 mg/L. Die Menge des Schwefel Maximalwertes ist abhängig von der Restsüße im Wein.

Im ökologischen Weinbau bemüht man sich um die Reduzierung des Schwefeleinsatzes. Durch gesundes und reifes Lesegut und Hygiene im Keller, kann der Einsatz von Schwefel stark reduziert werden. Schwefel ist ein natürliches Element (Mineralstoff) und wird über die Nahrung (auch über Wein) aufgenommen. Der gesunde menschliche Körper produziert täglich beim Eiweißstoffwechsel bis zu 2400 mg SO2.

Es gibt keine schwefelfreie Weine, denn bei der Gärung entsteht u.a. in geringen Mengen Schwefelverbindungen. Wird kein Schwefel zugegeben und liegt der Wert unter 10 mg/L Schwefel kann der Wein als Schwefelzusatzstoff bezeichnet werden.

Veganer Wein

Die Vinifikation veganer Weine schließt die Verwendung von Tieren oder tierischen Erzeugnissen, und die Verwendung von Hilfsstoffen, die aus oder mithilfe von Tieren oder tierischen Erzeugnissen (einschließlich Erzeugnisse von lebenden Tiere) hergestellt wurden, aus.

Neue Bio-Wein-Verordnung

Zur Lese2012 gab es eine gesetzliche Änderung im Bio-Weinbereich. Die Verordnung (EU) Nr. 203/2012 trat in Kraft. D.h. die Herstellung von Bio-Weinen ist nun innerhalb Europas klar geregelt. Stand bisher auf den Etiketten "Wein aus Trauben aus biologischen Anbau", so muss mit der Lese 2012 das Bio-Siegel aufgebracht werden. Auch Weine älterer Jahrgänge, die nachweislich gemäß den neuen Regelungen hergestellt wurden, dürfen mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden.